Jugendliche rufen zu Demonstration auf! Bremer Aktionsmonat Mai beginnt am Montagvormittag vor dem Überseemuseum/Platz der deutschen Einheit

02.05.2014

"Lasst uns gemeinsam Verantwortung für die Gestaltung unserer Welt übernehmen" heißt es im Aufruf engagierter Jugendlicher.
Sie haben den Mai in Bremen zum Aktionsmonat ausgerufen. Schüler*innen und Studierende, aber auch junge Menschen, die im Arbeitsleben stehen, sind aufgerufen, sich über den ganzen Monat Mai hinweg an Workshops, Demonstrationen und Flashmobs zu beteiligen.
Moritz Jerzembeck, Studierender an der Uni Bremen, führt die inhaltliche Ausrichtung des Aktionsmonats aus: "Wir wollen in einer sozialen und offenen Welt leben und wir wollen die Mittel und Möglichkeiten haben, über unsere Zukunft selbst zu bestimmen und am Werden der Gesellschaft teilzuhaben. Diese soziale und offene Gesellschaft steht im Widerspruch zu der Realität, die wir erleben. Wir erleben Rassismus und Sexismus, wir erleben, dass unsere Freund*innen abgeschoben werden. Gerade in Hochschulen und Schulen sehen wir immer wieder, dass Bildung und Zukunftsperspektive stark vom Elternhaus abhängen. Die soziale Schere klafft immer weiter auseinander und die Grenzen zwischen den sozialen Schichten werden undurchlässiger. Wir leben und lernen mit und für uns und unsere Mitmenschen aus aller Welt und nicht mit dem Ziel gut verwertbare Arbeitskräfte für einen entmenschlichten Arbeitsmarkt oder geeignetes Stimmvieh für Politiken, die an unseren eigenen Interessen vorbeigehen, zu sein. All das will die bremische Jugend nicht länger kommentarlos hinnehmen und formuliert im Aktionsmonat Mai ihre eigene Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft."
Die erste Demonstration wird diesen Montag (5. Mai) um 11.30 Uhr stattfinden. Schülerin Maike Frese äußert sich zur vormittäglichen Demonstration: "Wir rufen nach mehr Selbstbestimmung und wollen versuchen diesen Monat lang, unsere Ziele ein wenig wahr werden zu lassen. Auch deshalb halten wir uns nicht an die Schulpflicht, sondern rufen zu Demonstrationen in der Schulzeit auf!" Hinter diesem Konzept stehen auch die Gesamtschüler*innenvertretung Bremen (GSV) und die Allgemeinen Studierenden Ausschüsse (AStA) der Universität und der Hochschule, die den Bremer Aktionsmonat Mai unterstützen. Unterstützt wird der Bremer Aktionsmonat Mai außerdem von gewerkschaftlichen Gruppen, parteinahen und freien linken Jugendgruppen, den Besetzer*innen des Freizis Buntentor und dem Bündnis 30% mehr Zukunft.
Genaue Forderungen an Politik und Gesellschaft stellen die Jugendlichen vorerst nicht. Diese sollen an drei Wochenenden in etlichen Workshops mit allen engagierten jungen Menschen gemeinsam formuliert werden. Der so erarbeitete Forderungskatalog wird auf der Abschlussdemonstration am 27.5. erstmals vorgestellt und parallel veröffentlicht. FSJler Lukas Pukrop erklärt diese Vorgehensweise: "Unsere Kritik an der Gesellschaft schließt auch die Bevormundung von jungen Menschen ein, dieses Problem wollen wir nicht übernehmen und uns gemeinsam über unsere Forderungen verständigen. Jede*r soll sich einbringen dürfen."
Interessierte finden mehr Infos unter www.schulstreik-bremen.de oder bei Facebook unter www.fb.com/AktionsmonatMai.